Energiekrise Kalifornien im Jahr 2000

Ist eine Energiekrise wie in Kalifornien auch in Deutschland möglich?

ufer_200Von Dr. Dietmar Ufer

Kurzfassung (Erschien 30. März 2001)

Spätestens seit Mitte 2000 ist Strom in Kalifornien knapp. Die Strompreise „explodieren“. Zeitweilig wird der Strom abgeschaltet. Auch Erdgas verteuerte sich stark. Dadurch wurden Gaskraftwerke unwirtschaftlich.

Die Energiekrise wurde ausgelöst durch Mangel an ausreichender Kraftwerks-Leistung und zugleich unzureichenden Kapazitäten der Übertragungsleitungen für Bezüge aus anderen US-Bundesstaaten einerseits sowie einen kräftigen Anstieg des Stromverbrauchs und vor allem der Stromnachfrage zu Spitzenzeiten (in den 90er Jahren Zunahme der Spitzenlast in Kalifornien insgesamt um 19 %, in Silicon Valley sogar um 33 %) andererseits.

Die tieferen Ursachen liegen zum einen in der rigorosen Umweltpolitik Kaliforniens. Kraftwerke mussten stillgelegt werden, darunter Wasserkraftwerke und das Kernkraftwerk Rancho Seco. Neue Kernkraftwerke sollen nicht gebaut werden. Für Kohlekraftwerke gelten scharfe Luftreinhalte-Vorschriften. Die favorisierten Wind- und Solaranlagen produzieren oft nicht, wenn der – nicht speicherbare – Strom gebraucht wird. Zum anderen wirkte sich die Art und Weise der Liberalisierung des kalifornischen Strommarktes aus. Diese war teils radikal, teils halbherzig. Sie beschnitt die Möglichkeiten der Versorgungsunternehmen drastisch, die Stromversorgung zu sichern, und schreckte vor Investitionen ab.

Die Verhältnisse in Deutschland sind in mehrfacher Hinsicht nicht vergleichbar. Stromverbrauch und Höchstlast nehmen nur mit bescheidenen Raten zu. Auf Sicht sind genügend Erzeugungs- und Transport-Kapazitäten vorhanden. Der liberalisierte Strommarkt kann über die Preise auf drohende Knappheiten frühzeitig reagieren.

Dennoch können längerfristig Engpässe auftreten. Vor allem der „Ausstieg“ aus der Kernenergie schwächt die Versorgungssicherheit. Der Erdgaspreis kann unerwartet anziehen und damit die Stromerzeugung in Gaskraftwerken verteuern. Für kapitalintensive Anlagen bestehen unsichere Investitionsbedingungen. Eine langfristig angelegte Energiepolitik, die die Nutzung aller verfügbaren Energieträger zugrunde legt, fehlt.

Die Langfassung des Artikels für die damaligen Energie-Fakten steht als pdf zur Verfügung.

Credits

Die Antwort auf die Frage erschien im März 2001 bei den damaligen Energie-Fakten und wurde in diesem Blog mit freundlicher Genehmigung des Autors veröffentlicht.

2015: Spielt unsere Regierung mit der Versorgungssicherheit wirklich «russisches Roulette»?

popp-manfredVon Prof. Dr. Manfred Popp (aus dem Jahr 2015)
Mit dieser pointierten Formulierung bezieht sich die Frage offenbar auf eine Pressemeldung des Fachverbands Anlagenbau Energie, Umwelt, Prozessindustrie (FDBR) vom 21. Januar 2015. Leider muss man sagen, dass die Sorgen der Anlagenbauer berechtigt sind.

Deutschland ist auf dem Weg, seine Stromversorgung so weit wie möglich auf Erneuerbare Energien zu stützen. Im Jahr 2014 lag ihr Anteil bereits bei 27 %. Die gesamte Kapazität der Erneuerbaren Energien hat mit 87 GW die der konventionellen Energien (90 GW) fast erreicht, die noch fast ¾ der Stromerzeugung sichern, wir haben jetzt also einen doppelten Kraftwerkspark. Und den brauchen wir weiterhin, auch wenn wir den Anteil der Erneuerbaren Energien weiter steigern, denn das wird fast ausschließlich durch Wind- und Solarenergie erfolgen.

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Wie kann die EU die Versorgungssicherheit erhöhen?

Mit Günther Oettinger, EU Kommissar für Energie

Günther Oettinger, EU-Kommissar für Energie, beantwortet die Frage, ob wir in Deutschland zu viel Strom produzieren. Er weisst auf die in der Zukunft liegenden Herausforderungen der Energiewende hin. Schliesslich beantwortet er die Frage nach der Steigerung der Versorgungssicherheit.
… zum Video bei YouTube (4:31 Min., veröff.: 27. Aug. ’12, aber 2019 noch immer aktuell!)

Herzlich willkommen!

Energie & Versorgunssicherheit –
ein Top Thema!

 
Mit zunehmender Sorge sehen wir uns der Gleichgültigkeit einiger Menschen zum Thema Versorgungssicherheit gegenüber. Wir – Dr. Andreas Kronenberg und Klaus Theißing – möchten uns in diesem Blog auf die Versorgungssicherheit von Energie- und Stromprodukten konzentrieren.

Wir sind der Meinung, dass dem Thema angesichts vieler dargebotsabhängiger Energiequellen mehr Augenmerk gewidmet werden soll.